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Hallo, ich stelle mich kurz vor - Micha aus Berlin
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19.04.17 14:08
Scheibner 

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19.04.17 14:08
Scheibner 

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Hallo, ich stelle mich kurz vor - Micha aus Berlin

Hallo,

ich meinte vor ein paar Jahren mich an dieser Stelle schon mal vorgestellt zu haben... Hab ich aber wohl irgendwas falsch gemacht, dass die Nachricht nicht an dieser Stelle liegen geblieben ist. Egal.
Hier nun eine kurze Vita:
Ich war zwischen Oktober 1977 und Anfang September 1979 in Angola. Entsprechend meines Berufes, als Elektromonteur für Autoamatisierungstechnik, letztlich Elektriker für alles, von der Hauselektrik, bis zu Elektrogeneratoren, Hochspannungsanlagen, Elektromaschinen in Sägewerken, Tischlereien, Autowerkstätten, Kühlanlagen, Kaffeeverarbeitungsanlagen usw. zuständig. Mädchen für alles in meinem Job.
Das hat viel Spaß gemacht. In der DDR-Heimat universell ausgebildet im Beruf war die Perspektive dort letztlich immer Spezialisierung im Fach, also Industrieelektrik für mich. In Angola war ich in der ganzen Breite meines Grundberufs gefordert. Mit 25 Jahren war das oft eine echte Herausforderung. Aber, wenn ich nicht weiter wußte hatte ich gute Fachbücher dabei und beste Ausrüstung von meinem Berliner Betrieb. Jedenfalls bin ich durch meinen Beruf in meiner angolanischen Heimatprovinz Quanza Norte viel rumgekommen, bis in die letzten Dörfer, ferne Landgüter für Kaffee oder Sonstiges.

Die wichtigsten Stationen waren N'Dalando, Lucala, Golungo Alto, Samba Cajo, Camabatela. Ich hatte wie alle zunächst einen 1-Jahresvertrag und habe dann mit einem Freund um ein zweites Jahr verlängert. Wir waren die Einzigen von den ersten die verlängert hatten um 1 Jahr aus so simplen Gründen, weil es riesig Spaß machte dort zu arbeiten, ein tolles Land im Aufbruch zu erleben, Erfüllung im Beruf zu haben. Wir hatten auch jeder für sich viele Freunde gewonnen, der Brigadealltag war oft, gerade am Anfang hart, entbehrungsreich und längst nicht von DDR-Seite nervig administriert. Wir hatten zwar wie alle, beim Eintreffen in Angola, unterschrieben "über die Arbeitszeit hinaus den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu vermeiden", was absurd war und natürlich haben wir uns nicht daran gehalten. Im Gegenteil: ich habe das voll ausgelebt. Im zweiten Jahr gabs dann immer mehr Kontrolle vom Brigadechef und anderen, was immer wieder zu Konfrontationen führte. Auf Brigade hatte ich keine Lust mehr. Ein Einzelvertag war nicht möglich. So bin ich nach 2Jahren heim gefahren.

Gruß Micha
(ich hänge noch ein paar Bilder aus dieser Zeit mit ran)

Datei-Anhänge
1977_Angola_Golungo Alto_Bar Tropical_Antonio.jpg 1977_Angola_Golungo Alto_Bar Tropical_Antonio.jpg (4x)

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1978_Angola_Golungo Alto_Jeep Kopie.jpg 1978_Angola_Golungo Alto_Jeep Kopie.jpg (4x)

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1978_Angola_Golungo Alto_Jeep_Ausschnitt.jpg 1978_Angola_Golungo Alto_Jeep_Ausschnitt.jpg (3x)

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1979_Angola_bei Camabatela_1280p.jpg 1979_Angola_bei Camabatela_1280p.jpg (6x)

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19.04.17 19:07
winni 
19.04.17 19:07
winni 
Re: Hallo, ich stelle mich kurz vor - Micha aus Berlin

Guten Tag Micha !

Auch ich war von 1978 -1979 bei den Brigaden aber in Luanda war eine sehr schöne Zeit aber in Hinsicht auf Verpflegung im Hotel Katekero konnte man es vergessen.
Wir hatten den Atlantik vor der Tür als Entschädigung.
Es gab auch durch Handel eine gewisse Erleichterung um an einige Sachen zu kommen.
Nach Ablauf meiner Zeit habe ich mich gleich bei der Firma Co op Außenhandel glaube ich beworben aber die Bedingung waren für 3 Jahre und eine Heimreise im Jahr. Man sagte mir diesen Vertrag zu .
Aber ich hatte auch parallel Bewerbungen bei IFA ( W50 ) und bei Fortschritt Landmaschinen Schönebeck zu laufen. Auch hier erhielt ich Zusagen die bei Fortschritt waren am Ende für mich die mit den besten Bedingungen und so bin ich ab Ende 1979 - 1985 für diese Firma gereist. Von der Bezahlung und der Länge der Reisezeit wäre ich mit Sicherheit kein weiteres Jahr bei den Brigaden geblieben.
Bei meiner ersten Reise für Fortschritt war ich 4 Monate dort (man wußte ja nie ob man wieder ausreisen durfte) wurde aber von den alt eingesessenen Dienstreisenden darauf hingewiesen, daß es besser wäre nur 8 Wochen zu reisen diesen Rat habe ich auch angenommen .Ich konnte mir dann auch immer aussuchen wann ich fahren wollte im Sommer war ich meistens zu Hause und zum Herbst und im Winter in Angola.
Du hast doch sicherlich mit Deiner Ausbildung und Kenntnisse auch noch andere Möglichkeiten gehabt als bei den Brigaden man hat ja während der Zeit auch noch andere Leute kennengelernt die einen Ratschläge gegeben haben.

Zuletzt bearbeitet am 19.04.17 19:11

19.04.17 21:24
Scheibner 

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19.04.17 21:24
Scheibner 

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Re: Hallo, ich stelle mich kurz vor - Micha aus Berlin

Hallo Winni,

bei meiner Ankunft in Angola, 1977, campierte ich auch im KATEKERO, zwei Nächte wohl. Ein ziemlich runter gekommenes Hotel an einem Platz. Irgendeiner im Forum zeigt davon ein Foto, Postkarte von dem Hotel. Die Klimaanlage lief nicht, es war, wie gesagt ungepflegt. Für die tropische Schwüle war ja niemand verantwortlich und für den Straßenlärm, der bis in die hohen Etagen drang, trifft dasselbe zu. Das war aber alles sehr nebensächlich, ich war ja völlig offen für das Abenteuer Afrika-Angola, also die Situation zu nehmen, wie sie war und irgendwie das Beste daraus zu machen.
Nach den paar Tagen war ich gleich in N'Dalatando. Dort waren in der ersten Zeit, paar Monate, die Konditionen eher schlechter. Wir waren in einem Haus, in Zimmern mit Doppelstockbetten untergebracht, ähnlich wie beim Militär. Das hat mich zunächst nicht weiter gestört, gehörte halt nach meinem Empfinden zu den zu akzeptierenden Entbehrungen. Freilich war das Essen in einem Restaurant, was verpflichtet war uns zu versorgen, meist sehr schlimm. Aber gut, das hat sich nach ein paar Monaten deutlich verbessert und auch der Wechsel in ein Hotel tat gut.
In Luanda war ich später nur ab und an, mal als Brigadeausflug oder wegen einiger Elektrojobs, bei der Ab- und Anreise bei Urlaub. Luanda und die Strände im Umland waren natürlich eine phantastische Abwechslung. In N'Dalatando gab es ja nichts als Brigade-Leben, ein paar Ausflüge ins Umland, aber keine Bar, kein Kino...Da wurde ehe das Brigade-Party-Leben abgefeiert, mit reichlich Alkohol, sofern vorhanden.
Gut, sicher wäre ich kein Jahr länger geblieben, wenn ich nur an eine Werkstatt, an einen Ort gebunden gewesen wäre. Ich bin durch meine Arbeit, die ja nicht in den Kfz-Werkstätten stattfand, viel rumgekommen. Das war sehr abwechslungsreich, sei es von der Arbeit her oder den Erlebnissen die ich hatte. Da konnte ich ganz gut verzichten auf Luanda.
Zum Ende meiner Zeit hatte ich mich ganz offiziell um einen Einzelvertrag beworben, wollte raus aus diesem Brigade-Ding. Freilich hatte mein Betrieb/Kombinat keine eigenen Serviceverträge mit Angola. Das lief alles über das Ministerium für allgemeinen Landmaschinen- und Fahrzeugbau, die bei meinem Betrieb und anderen Betrieben Elektromonteure für Zusatzleistungen bestellt hatten. Für mein Anliegen hatten die keine Idee, das war einfach nicht vorgesehen, wurde abgelehnt. In meinem Job habe ich nur für andere Länder, wie Irak, Arbeitsangebote bekommen, ganz ungefragt. Denn man hatte schon großes Interesse an Reisekader in meinem Beruf. Aber das wollte ich nicht, habe eine Familie gegründet und eh nach ein paar Jahren den Beruf gewechselt.
Mich interessiert, wie bei euch in Luanda das Brigade-Leben ablief und später die neue Form deiner Arbeit dort, wie es sich z.B. unterschied vom Brigade-Alltag, der Arbeit selbst. Hast Du Kontakte zu Angolanern gehabt, Freunde gar usw.?

Soviel fürs Erste. Würde mich freuen, wenn Du mehr berichten könntest.
bis bald Micha

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